Historie 

Die Bourheimer Jugend errichtete im Jahre 1744, aus den Erlösen der alljährlichen Maispiele, ein ca. 1,5 km vom Ortskern entferntes Feldkreuz. Dort befand sich der Schnittpunkt zweier Wege. Der eine Weg führte von Pattern nach Koslar, der andere von Bourheim nach Aldenhoven. Schon zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) wurden in dieser Kreuzschlucht die im Kampf gefallenen Soldaten bestattet.

Bevor man damals dort das Steinkreuz errichtete, stand, wie die Überlieferung meldet, an dieser Stelle ein „Jahrhundert altes, schweres Eichenkreuz“. Als Beschützer und Schattenspender pflanzte man zugleich eine Rosskastanie ein, welche vortrefflich gedieh. Bei der Pflanzung der Kastanie wurde dieselbe dem Schutz der Dorfbewohner und den Bewohnern der in der Nähe liegenden Ortschaften, welche ebenfalls bei der Aufstellung des Kreuzes erschienen waren, eindringlich empfohlen. Es bildete sich kurz danach das Gerücht, „daß derjenige, welcher den Baum beschädigt oder seine Äste stutze in Laufe des Jahres sterben würde“. Es hielt sich ferner die Ansicht, dass der Baum nur durch höhere Gewalt vernichtet werden könnte. Das Kreuz in seinem Schatten trug auf der Rückseite folgende Inschrift:

ZUR EHREN GOTTES HABEN SETZEN LASSEN DIESE CREUZ DIE WOHLEDLE JUGEND SAMBT DEREN WOHLTÄTERN VON BAURHEIM ANNO 1744 DEN 05 OKTOBRIS“

 Es wurde seitdem das Junggesellenkreuz genannt. Einige Jahre später wurde neben der Rosskastanie eine Linde gepflanzt, um die sich schnell die gleichen Legenden rankten wie um die Kastanie.

Am 1. März 1793, als die Franzosen vor den nachrückenden Österreichern flohen, kam es auch hier in der Gegend zu scharfen Gefechten. Die Österreicher stellten hier mehrere Geschütze auf, welche die auf Aachen zurückweichenden Franzosen beschossen. Das Steinkreuz selbst wurde in diesem Gefecht laut Überlieferung von mehreren Gewehrkugeln getroffen. Der linke Armmuskel am Christuskörper wurde abgeschlagen, eine kleine Vertiefung im Kreuz selbst lässt erkennen, dass dies der Wahrheit entsprechen könnte.

 Im Jahre 1914, dem Beginn des  Ersten Weltkrieges, stürzte der alte Kastanienbaum bei einem heftigen Sturm um, und riss im Fall das Kreuz mit. Dasselbe trug aber keinen Schaden davon und wurde danach wieder errichtet. Eine neue Kastanie wurde eingepflanzt. Der Baum kam aber nicht zur Entwicklung und ging ein, während die Linde weiterhin vortrefflich gedieh. Der Lindenbaum war ein gern und oft besuchter Ort. Bei sonntäglichen Spaziergängen durch die Bourheimer Felder, pflegte man hier eine Ruhepause einzulegen. Es war ein schöner Rastplatz mit einer Rundbank um den Baum angelegt. Vor allem die Bourheimer Jugend verbrachte hier gern den Sonntagnachmittag.

 Bei einer Zusammenlegung wurden die Wege 1929 verlegt und die Schlucht eingeebnet. Das Steinkreuz wurde ca. 1 km näher an das Dorf herangerückt,  und auf einer sanft ansteigenden Stelle wieder aufgebaut. Der alte Sockel wurde, weil er stark beschädigt war, durch einen neuen ersetzt. Die Bourheimer Jugend schuf eine kleine Anlage dort mit Ligustersträuchern und  - anlässlich des Abzuges der Belgischen Truppen aus dem Rheinland - pflanzte sie eine Freiheitseiche. Die Anlage wurde lange Zeit von einem alten Dorfbewohner getreulich gepflegt.  Alljährlich zog an Fronleichnam die Prozession bis zum alten Kreuz, wo den Gläubigen der Segen erteilt wurde. Den Lindenbaum konnte man nicht umpflanzen, und er behielt seinen alten Platz, jetzt jedoch mitten in einem Acker. Des Landmanns Pflug zog jahraus, jahrein die Furchen in unmittelbarer Nähe seines Stammes, und es fiel dem Ackerbesitzer nicht ein, den alten Eremit zu entfernen. Er wusste:  dieser Baum hat ein Kreuz beschattet und ist Zeuge glaubensstarker Vergangenheit.

Der Zweite Weltkrieg machte auch vor dem alten Steinkreuz nicht halt, es wurde stark beschädigt. Im Jahre 1946 wurde es von der Bevölkerung mit Zementmörtel notdürftig repariert und gemeinsam aufgestellt.

Am 23. April 1970 wurde das Kreuz stark beschädigt und in drei Teile zerbrochen aufgefunden. War es böswillige Zerstörungswut oder jugendliches Kräfte erproben? Niemand kann mit Sicherheit eine Antwort geben, denn alle Nachforschungen blieben erfolglos. Bei der Renovierung unter der Mithilfe einiger Bourheimer Bürger wurde alles getan, um dem Kreuz die Spuren seiner Geschichte zu erhalten. In einer nächtlichen Feierstunde wurde es wieder eingesegnet.
Kurz nach der Umwandlung von der ehemals sich jährlich neu bildenden Maigesellschaft in den heutigen Maiclub,  wurde im Jahre 1974 in Eigeninitiative der Platz um das Steinkreuz mit einem Holzzaun und einer Bank neu gestaltet.
Lange Zeit wurde befürchtet, dass das Kreuz dem Tagebau Inden II, welcher bis auf ca. 300m an das Dorf heranreichte, weichen müsste. Es wurden von Seiten des Maiclubs schon Ausweichplätze gesucht. Doch glücklicherweise befand sich der Bergbautreibende, die Rheinbraun (RWE), bereit, für eine fachgerechte, komplette Renovierung des Steinkreuzes, einschließlich der Umzäunung und Bepflanzung aufzukommen. Die Arbeiten wurden im Frühjahr 1991 abgeschlossen. In ursprünglicher Schönheit und mit festem Fundament wird nun hoffentlich das Junggesellenkreuz an seinem Platz weitere Jahrhunderte überdauern.

 Der Orkan „Vivian“, der am Rosenmontag, den 26. Februar 1990, über unsere Region hinwegfegte, hatte für Bourheim unersetzliche Folgen. Der alte Lindenbaum wurde ein Opfer dieses Sturmes. Die mehr als 200 Jahre alte Linde war 16m hoch, und die Krone hatte eine Ausladung von etwa 12m. Bei näherer Betrachtung wurde deutlich, dass  der 1,1m dicke Stamm innen hohl, und seine Rinde schon ziemlich brüchig war. Wiederum bewahrheitete sich der Volksmund, wo es einst hieß, dass der Baum nur durch höhere Gewalt vernichtet werden könne, denn er hätte kurze Zeit später den Baggern des Tagebaus weichen müssen.

Das Steinkreuz und der Lindenbaum leben im zweigeteilten Bourheimer Wappen fort, das im oberen Drittel ein schwarzes Kreuz auf goldenem Grund, und im unteren Teil einen goldenen Lindenbaum auf schwarzem Grund aufzeigt. Genehmigt wurde dieses Wappen durch den Regierungspräsidenten zu Aachen im September 1962. Gleichzeitig wurde der damals noch eigenständigen Gemeinde Bourheim das Recht zur Führung von Wappen, Siegel und Banner verliehen.